Arthurs Universum

Arthurs Universum ist eine Art Reise durch die Privatsammlung des Schweizer Architekten und Forschers Arthur Rüegg. Im Lauf der Zeit hat er Artefakte aus Architektur, Design und Kunst des 20. Jahrhunderts zusammengetragen und sie mit Fundstücken aus verschiedenen Kulturen des Alltags in Beziehung gesetzt: Kleine Dinge erzählen die grosse Geschichte.

Architektur wird als «dritte Haut» des Menschen verstanden, nach der biologischen Epidermis und der textilen Bekleidung. Sie bietet physischen Schutz, ihre Erscheinung folgt Traditionen und Konventionen, seltener auch Innovationen. Dient Architektur dem Wohnen, wird sie zum «Zuhause» – unabhängig davon, ob es sich um eine primitive Hütte handelt, um einen städtischen Wohnblock oder um ein periurbanes Reihenhaus.

Die Wohnung wird funktional ausdifferenziert. Sie wird mit Einrichtungen und Installatio-nen ausgestattet, die das Leben praktischer und komfortabler machen. Stuhl, Tisch mit Besteck und Geschirr oder ein Bett erleichtern das Sitzen, das Essen oder das Schla-fen. Wasser, Küchen und Badezimmer oder Heizungen und elektrischer Strom bringen weitere Annehmlichkeiten.

Die private Wohnung bietet auch Raum für die Individualität der Menschen, die sie bewohnen. Mit einem Farbanstrich, mit Teppichen, einem Fernseher oder Dekorationen wird sie «wohnlich» gemacht. Bilder und Fotos der Liebsten oder bedeutungsvoll aufge-ladene Gegenstände sind Ausdruck der Gefühle von Zugehörigkeit, von Erinnerung oder auch von Schönheit. Jeder Wohnraum ist damit einzigartig.

Arthur Rüegg, geb. 1942, ist ein Schweizer Architekt, Forscher und Lehrer. Sein archi-tektonisches Werk umfasst alle Massstabsebenen, von der städtebaulichen Dimension über die architektonische bis hin zur physischen Realität des handwerklichen Details.

Als Forscher entschlüsselte Arthur Rüegg die materiellen Dimensionen der modernen Schweizer Architektur und deren Möbel und Interieurs. Mit derselben Akribie erschloss er auch die Geschichte der Baukonstruktion, die Ausstattung und die Farbigkeit des Werks von Le Corbusier.

Diese Entdeckungen machte Arthur Rüegg der Öffentlichkeit in zahlreichen Ausstellun-gen, wissenschaftlichen Essays und Buchpublikationen zugänglich, von denen viele heu-te als Standardwerke gelten. Als Architekturprofessor an der ETH Zürich beeinflusste er Generationen von Studierenden.

Zu seinem 80. Geburtstags publizierte Reto Gadola in der Neuen Zürcher Zeitung einen Artikel unter dem Titel Arthur Rüegg: Verdienter Förderer moderner Wohnkultur.

Sein persönliches Wohngefäss, ein unscheinbares Reihenhaus aus dem Anfang des 20. Jahrhundert, passte Arthur Rüegg nicht nur den geänderten Bedürfnissen seiner Familie an. Vielmehr dient es als experimentelles Setting für eine Sammlung von Objekten, die er im Lauf der Zeit zusammengetragen hat – veritables «Schwemmgut des Lebens».

Arthur Rüeggs Sammlung umfasst unzählige Objets à réaction poétique (Le Corbusier) mit direktem Bezug zur Architektur- und Designgeschichte des 20. Jahrhunderts. Fund-stücke aus Alltagskulturen und Folkloren der Schweiz und der ganzen Welt bilden eine Art Bezugsraum für die Erzeugnisse der Hochkultur: Designobjekte, Möbel, Teppiche und Heimtextilien, Prototypen und Muster sowie Gemälde, Zeichnungen und Fotografien, Werke der plastischen Kunst sowie eine umfangreiche Bibliothek zum Thema.

Die Sammlung bietet einen überraschenden, bisher unbekannten Einblick in die Ideen-geschichte und die Zusammenhänge von Architektur, Möbel und Design und bildender Kunst des 20. Jahrhunderts. Werke von Le Corbusier, Max Bill, René Burri, Herzog & de Meuron und anderen bedeutenden Künstlerinnen und Künstlern sind mit gewöhnlichen Gegenständen aus unterschiedlichen Kulturen zu räumlichen Konstellationen vereint.

Fotobuch

Reto Gadolas rund 90 Farbbilder sind das Rückgrat der Buchpublikation. Die Räume und ihre Transformation durch den Architekten Arthur Rüegg bilden den Hintergrund für assoziative, manchmal thematisch organisierte Bildfolgen. In filmischer Manier wechseln sich Übersichten mit Nahaufnahmen von Objekten und Konstellationen ab, bisweilen entfalten sie vexierbildartige Züge. Punktuell ist Arthur im Bild präsent.

Erst mit den Hintergrundinformationen in Textform entfaltet die Bildkraft ihre volle Wirkung. Mit informativen Bildlegenden entschlüsselt Arthur Rüegg das dem wahrnehmenden Auge verborgene Innenleben der Gegenstände und ihre Beziehungen untereinander. Um den Bildfluss nicht zu stören, sind diese Texte abschnittweise gruppiert. In einem konzisen Essay verortet Klaus Spechtenhauser das Konzept des «biografischen Wohnens».

Die Maquette der Buchpublikation vermittelt einen ersten Eindruck, wie das Fotobuch wirken soll. Sie umfasst aktuell 128 Seiten. Das Format ist leicht hochrechteckig, ca. 23 x 27 cm. Das Buch ist auf Deutsch vorgesehen, eine Übersetzung ins Englische liegt in einem separaten Heft bei.

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