Hexentanz
Der «Hexentanz» ist der Ort an der parallel zum Zürichsee verlaufenden alten Landstrasse zwischen Männedorf und Stäfa, wo sich früher bei Unwettern die Hexen versammelt haben sollen. Der Hexentanz ist aber auch ein steiler Hohlweg, der als historische Verkehrsverbindung die Flanke des Lattenbergs überwand. Natürliche Hindernisse wie diese beschwerliche Steigung trugen dazu bei, dass in den 1830er Jahren die dem Seespiegel folgende Seestrasse gebaut wurde.
Heute liegen der Lattenberg und der Hexentanz zwar inmitten des Agglomerationsgebiets der Goldküste. Ihre ursprüngliche Gestalt ist dennoch fast unverändert erhalten: Der für den Weinbau genutzte Lattenberg wegen des seit Generationen bestehenden Bauverbots, der Hexentanz dank der vor bald 200 Jahren geänderten Verkehrsführung. Heute treffen sich hier die Wege von Spaziergängern, Hündelern oder Joggern – und im Winter manchmal schlittelnden Kindern. Die Aufnahmen zeigen eine vom Verwertungsdruck weitgehend verschont gebliebene historische Kulturlandschaft. Die Insignien der Agglomeration erschliessen sich dem geschärften Blick erst auf den zweiten Blick.
Die Bilder entstanden anfangs 2018 in Stäfa und sind Teil eines laufenden Projekts über die Transformationsprozesse an der Goldküste und im Grossraum Zürich.






