Im Licht der Nacht
Die Zürcher Seegemeinde Stäfa besteht aus einer Ansammlung von «Wachten» – historischen Weilern – die ursprünglich durch die landwirtschaftlich genutzten Flächen voneinander getrennt und durch Strassen und Wege miteinander verbunden waren. Im Lauf der Zeit wurden die Freiräume dazwischen überbaut, so auch während des Baubooms der Nachkriegsjahre. Die Aufnahmen zeigen den historischen Weiler von Oberhausen und die unmittelbar daran angrenzende Bebauung der Bahnhofwiese aus den 1950er Jahren. Beide sind in ihrer physischen Authentizität gut ablesbar, der herrschende Wohlstand aber gleichwohl sichtbar: Die Strassengestaltung ist manisch perfekt.
Die Bilder entstanden nach Mitternacht in der graveyard shift, ausser vereinzelten Autos und einem Besoffenen war niemand zugegen. Der Vollmond und die Strassenbeleuchtung tauchen die an und für sich vertraute und unspektakuläre Szenerie in unwirklich anmutendes Licht.
Die Serie ist Teil einer laufenden Untersuchung über das Wechselspiel der natürlichen, der künstlichen und der gesellschaftlichen Krafteinwirkungen in der Umwelt. Ein Fokus liegt dabei auf dem Lebensmittelpunkt des Fotografen, die Zürcher Goldküste.











