Schwemmgut
Keine Idee ausser in den Dingen. William Carlos Williams‘ Wort steht für eine Biografie der ungewöhnlichen Art. Reto Gadola fotografiert ein kleines Haus am Stadtrand von Zürich – seine Räume, Objekte und Alltagsdinge – und lässt sie sprechen: als Zeugnis ihrer Bewohner, als Träger von Erinnerungen und Ideen, die sich dem aufmerksamen Blick erschliessen. Charles und Ray Eames nannten den Vorgang «select and arrange» – das Finden und Anordnen als eigentlichen Erkenntnisakt. Reto Gadola folgt dieser Spur mit dem genauen, neugierigen Blick des Dokumentarfotografen. Ein Blick der einlädt innezuhalten und zu schauen.
Schwemmgut hat sich im Leben vor Arthur Rüegg angesammelt. Rüegg ist Architekt, Forscher, emeritierter Architekturprofessor der ETH Zürich und Träger des Schweizer Grand Prix Kunst, Prix Meret Oppenheim. In seinem Haus hat er zusammengetragen, was bei Recherchen im Alltag, auf Studienreisen oder beim Stöbern in Brockenstuben «angeschwemmt» wurde: Designobjekte und Möbel, Materialproben und Prototypen, Bücher, Gemälde, Zeichnungen und Fotografien bedeutender Architekten, Designer und Künstler des 20. Jahrhunderts – und solcher ohne Namen. Das Wohnhaus wird so zum Universum, das vom täglichen Leben seiner Bewohner und ihrem Dialog mit der Hoch- und der Volkskultur zeugt.
Es ist vorgesehen, Schwemmgut in Buchform zu veröffentlichen. Das Bilderbuch folgt dem visuellen Narrativ der rund 90 Fotografien von Reto Gadola. Klaus Spechtenhauser ordnet das Konzept des «biografischen» Wohnens aus gesellschaftlicher und kunsthistorischer Sicht in einem konzisen Essay ein. Im Erläuterungstext von Arthur Rüegg finden sich Hinweise zu den abgebildeten Gegenständen, ihrer Herkunft, den kulturgeschichtlichen und biografischen Verknüpfungen.























